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Brutales Schreiben

Für die nächsten drei Tage habe ich mir 8000 Wörter am Tag vorgenommen. Shirley muss endlich vorankommen, jetzt, wo der Großteil der anderen Aufträge abgearbeitet ist. Sobald ich schreibe, ist es auch super und läuft wie geschmiert. Heute habe ich mein Ziel jedenfalls knapp erreicht und bin zufrieden.

Übrigens habe ich am Sonntag ein sehr interessantes Buch gelesen: »The Bestseller Code«. Das hat bei Erscheinen (vor einem Jahr oder so) für sehr viel Aufmerksamkeit gesorgt. Ich bin erst jetzt dazu gekommen, es zu lesen. Kurz gesagt, geht es darum, dass zwei Leute einen Computer mit tausenden von Büchern gefüttert haben, Bestsellern und Nicht-Bestsellern. Anhand dieser Daten konnte der Rechner dann prognostizieren, wie erfolgreich ein Buch sein würde. Wenn sie ihm ein neues Buch gegeben habe, lag er in ungefähr 80% der Fälle richtig.
Sehr spannend, leider auch voll mit eher unnützem Gelabere. Allerdings amerikanischem Gelabere, das ist wenigstens unterhaltsam. Das Buch bringt einem als Autor so mittelviel, aber ein paar interessante Fakten waren auf jeden Fall dabei. Falls ich demnächst mehr Zeit habe, könnte ich mal darauf eingehen. Und, da ich gerade merke, wie negativ das alles klingt, spreche ich eine absolute Kaufempfehlung aus. Alles, was kein Gelaber ist, ist nämlich verdammt interessant und oft sogar verdammt nützlich.
Ich bin inzwischen halt ein wenig realistischer geworden, was Schreibratgeber angeht (und dieses Buch will ja gar keiner sein). Aus den meisten zieht man 1-3 Dinge, die man wirklich brauchen kann, den Rest kennt man entweder schon oder es bringt einem nichts. Die einzigen Ausnahmen waren für mich »On Writing« und »How not to write a novel« und die Website von Andreas Eschbach. Sollte er die je in Buchform rausbringen, kaufe ich das E-Book, das Taschenbuch und das Hardcover, nur, um mich zu bedanken. 🙂

Wordcount heute: 8.111 Wörter
Wordcount „Shirley“ insgesamt: 32.125 Wörter

Lieblingsstelle heute:
»Magst du mich überhaupt?« Gwen klang so verletzlich.
Was war jetzt los? Wenn … Shirley jetzt Nein sagte, dann wäre sie … Wäre sie Gwen dann für immer los? Würde Gwen dann so verletzt sein, dass sie ihr ganzes Chaos und ihre Begeisterungsfähigkeit und ihren köstlichen Duft einpacken und verschwinden würde? Also, sobald sie hier rauskamen? Aber Shirley machte den Fehler, Gwen anzusehen, und konnte nicht mehr sprechen. Von dichten Wimpern umkränzte Veilchenaugen sahen sie an. Angst schwang darin, echte Angst.
Shirley nickte. »Ich mag dich«, gab sie zu, so leise, dass sie nicht sicher war, ob Gwen sie verstand.

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