Neues Buch: Sexy Versager

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Neues Buuuch! 🙂
Das ist das, wegen dem ich im August so rumgejammert habe (also nicht die Fantasy-Romance, wegen der ich zur Zeit so rumjammere … äh, vielleicht sollte ich mal einfach genießen, dass ich den besten Job der Welt habe … egal!). Was nicht daran liegt, dass das Buch so furchtbar ist. Hab’s gestern zum letzten Mal durchgelesen und es gefällt mir echt gut. Das Problem war, dass es eigentlich als total alberne Komödie geplant war, über zwei Kerle, die beide schlecht im Bett sind, beschließen, sich gegenseitig zu helfen und sich dann verlieben (Surprise!).
Die Handlung ist auch gleich geblieben, aber … na ja, nachdem ich ausgiebig über Impotenz usw. recherchiert hatte, taten mir die beiden total leid. Das ist wirklich belastend für die Betroffenen und außerdem haben Ben und Marek so traurige Backstorys, einen stressigen Nebenjob und kein Selbstbewusstsein und … Irgendwie ist es das melancholischste Buch geworden, das ich je geschrieben habe. Was nicht viel heißt.
Lustige Stellen gibt’s natürlich trotzdem. Ich wollte hier nur eine Warnung da lassen, dass es nicht ganz das lustige Lachfest ist, das man vielleicht erwartet. Ein Happy End hat „Sexy Versager“ natürlich trotzdem.
Als Titel waren „Schlecht im Bett“ oder „Versager“ geplant, aber als ich dem Süßen davon erzählt habe, meinte ich gleich: „Das sind keine Titel, bei denen man das Buch gern anklickt. Viel zu negativ. Das muss sexyer werden.“ Und dann … äh, ja. 🙂 Ich bin ein Marketing-Genie!

Hier ist das erste Kapitel:

1.  Die Abenteuer von Bengalo Stutenknaller

»Junge, jetzt sei doch mal fröhlich.«
»Nein.«
Ben versuchte, mit der rechten Hand das Zigarettenpapier aus der winzigen Box zu ziehen, während er mit der linken sein Handy ans Ohr hielt. Klappte nicht. Also klemmte er das Ding zwischen Schulter und Kopf, eine Haltung, die nicht nur wehtat, sondern auch so wackelig war, dass das Display schon drei Sprünge davongetragen hatte.
Immerhin konnte er so Tabak aus der Packung rupfen. Die blaue Packung mit dem Foto, das er beim ersten Hinsehen für den Arsch einer Kuh gehalten hatte, die gerade furzte. Aber bei genauerer Betrachtung erkannte er es: Das schwarze Loch in der Mitte saß im faltigen Hals eines alten Mannes, nicht in einem Kuhhintern. »Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit«, las er. Und anscheinend verursachte es Halslöcher.
»Junge, hörst du mir überhaupt zu?«
Was?
»Ja klar, Mutti.«
»Nein, tust du nicht.« Sie klang todunglücklich. Wie immer, wenn sie mit ihm sprach. »Und du wirst nie auf mich hören. Du … dir ist ja egal, dass du uns hier zurücklässt. Ganz allein bin ich. Aber das stört den feinen Herrn ja nicht.«
»Wieso allein?«, knurrte Ben. »Andreas und Carolin wohnen doch noch bei euch und …«
»Carolin hat morgen einen Auftritt!« Mit einem Mal war seine Mutter wieder heiter wie ein Sommertag. »Hast du gehört? Im Gemeindehaus, mit der ganzen Truppe. Wir gehen alle hin. Willst du nicht auch kommen? Du hast es ja nicht so weit. Und an Karneval kannst du dir doch frei nehmen.«
»Mutti, bis Kallenbroich brauch ich sechs Stunden. Minimum.«
»Du hättest ja nicht so weit wegziehen brauchen«, zischte sie. »Du hattest doch alles hier: deine Eltern, deine Geschwister, deine Freunde … na, Freunde nicht, aber wenigstens Bekannte. Hättest nur ein bisschen glücklicher sein müssen, dann hättest du dich auch wohler gefühlt …«
Bens Gedanken schweiften ab. Er wusste eh, was jetzt kam: Ein Vortrag darüber, was für eine dumme Idee es gewesen war, nach Hamburg zu ziehen. Dass in der Heimat alles besser war. Dass er verdammt nochmal endlich ein bisschen lachen sollte, weil seine Mutter nicht glücklich sein konnte, wenn eines ihrer Kinder unglücklich war.
Er wusste ja auch nicht, was mit ihm nicht stimmte. Resigniert zündete er die schief gedrehte, murkelige Zigarette an und betrachtete sich in den beiden ausgeschalteten Bildschirmen: zu mager, zu mürrisch, zu blass. Die schwarzen Haare waren ungeschnitten und der graue Pullover hing von seinen knochigen Schultern wie ein leerer Mehlsack. Immerhin war er jung, was ihm in Hamburg ein paar Dates eingebracht hatte. Aber sobald die Kerle herausfanden, was er sonst noch für Probleme hatte, meldeten die sich auch kein zweites Mal.
Ben seufzte und nahm einen tiefen Zug. Wenn er aussehen würde wie dieser dämliche Marek aus seinem Studiengang würden sich die Männer um ihn reißen, das war klar. Nur wollte er nicht aussehen wie der. Wie ein geleckter Anwaltssohn oder so. Immer gebügelt und geschniegelt und …
»… weiß auch nicht, was mit dir los ist, Junge«, sagte seine Mutter gerade. Ihre Stimme wurde immer schriller. »Du machst das doch mit Absicht! Du … du willst mich doch unglücklich machen!«
»Will ich nicht, Mutti«, murmelte Ben. »Mach ich nur irgendwie.«
»Ach, hör doch auf! Wenn du dir einmal Mühe geben würdest … Wenn du einmal versuchen würdest, ein glücklicher Mensch zu sein und die Sonne in dein Herz zu lassen …« Sie wurde poetisch, ein sicheres Zeichen dafür, dass das Gespräch gleich beendet sein würde. Ben wusste nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Also rauchte er. »Ach, du hörst ja doch nicht. Du willst gar nicht hören! Ich … ich lege jetzt auf.«
»Mach’s gut, Mutti.«
Ben hörte ein Klicken und fühlte sich ungefähr fünfhundert Kilo schwerer. Dabei wog er nicht mal siebzig. Bei starkem Wind hatte er Probleme, sich auf dem Bürgersteig zu halten und Hamburg war verdammt windig.
Aber das sonntägliche Telefonat mit seiner Mutter hatte immer diese Wirkung auf ihn. Diese beschwerende Wirkung. Als wären ihre Worte Blei, die durch sein Ohr krochen und sich in seiner Brust festsetzten. Mist, jetzt wurde er poetisch. Das konnte kein gutes Zeichen sein.
Ben erhob sich von seinem Schreibtischstuhl. Verlangend sah er auf die ausgeschalteten Bildschirme. War noch Zeit … Nein, war nicht. Er musste los, zur Arbeit. Sonntagszulage und so. Jetzt, wo die Klausurphase vorbei war, musste er sich um seine Finanzen kümmern. Seine wirklich sehr trostlosen Finanzen.
»Benni!« Nora klopfte an die Tür, die er wohlweislich abgeschlossen hatte. »Benniii!«
Aus dem Klopfen wurde ein Hämmern. Er drehte den Schlüssel im Schloss und riss die Tür auf.
»Was?«, blaffte er.
»Benniii!« Seine Mitbewohnerin strahlte ihn an. In ihren perfekt manikürten Händen hielt sie ein DVD-Cover. »Heute Filmabend? Bitteee!«
Ben sah auf das Cover. »Ein Mann zum Wegwerfen«, las er. Vorne drauf eine strahlende Blondine und ein verwirrt guckender Kerl mit dunklen Haaren.
»Ist das wieder so eine romantische Komödie?«
»Ja, klar«, schrillte sie. »Was ist? Filmabend? Nur ich und mein schwuler bester Freund.«
»Ich muss arbeiten.« Ben marschierte an ihr vorbei, ihre Proteste überhörend.
Schwuler bester Freund. Von wegen. Aus irgendeinem Grund glaubte sie, er hätte Interesse daran, mit ihr Mädchenfilme zu gucken und dabei rosa Marshmallow-Kekse zu futtern. Eine grobe Fehleinschätzung. Na ja, so hatte er wenigstens ein WG-Zimmer bekommen.
»Aber Benni, du arbeitest viel zu viel. Du musst mal entspannen.« Sie lachte.
»Keine Zeit«, knurrte er. »Muss die Miete zahlen. Essen kaufen. Überleben und so.«
»Aber du musst doch … Oh, übrigens, hattest du mal wieder ein Date?« Sie zwinkerte und wackelte aus irgendeinem Grund mit den Hüften.
»Nein.«
Fast hätte er es aus der Tür geschafft, als Rudi vor ihm auftauchte.
»Kein Date?« Rudis speckiges Gesicht verwandelte sich in eine lachende Buddha-Fratze. »Kein Problem, Dr. Love kann dir helfen. Gib mal her.«
Schon hatte er sich Bens Handy geschnappt, das er immer noch in der Hand hielt. Dr. Love?
»Wie heißt diese Dating-App nochmal? Weißt du, das Wichtigste ist ein guter Name. Du heißt da bestimmt nur Ben oder so … aber du brauchst einen richtigen Hammer-Namen. He, Hammer wäre schön mal gut. Hammerhengst oder Mr. Schwanzlurch oder … Ich hab’s! Stutenknaller.«
»Gib das her!« Ben riss ihm sein Handy aus den Pfoten. »Ich muss zur Arbeit. Wenn ihr euch so für Dates interessiert, dann versucht doch mal selbst welche zu kriegen.«
»Ich … ich hab Dates«, sagte Nora. Ihr Ausdruck schwankte zwischen verwirrt und traurig. Ben wusste, dass er nicht weiterreden sollte, aber er konnte sich nicht zurückhalten.
»Ja, super. Aber mit was für Typen? Der Letzte hat unsere Kaffeemaschine mitgehen lassen, verdammt. Und der davor hatte eine Frau, zwei Kinder UND noch eine Geliebte. Denk vielleicht einmal nach, bevor du einfach den Erstbesten von der Straße hereinschleppst.«
»Aber …« Sie verstummte.
Rudi war eh ruhig. In dem halben Jahr, in dem sie zusammenwohnten, hatte Ben ihn weder mit einer Frau noch mit einem Mann gesehen. Ben hatte keine Ahnung, worauf Rudi eigentlich stand. Darauf, sich in seins und Noras Liebesleben einzumischen anscheinend.
»Und jetzt lasst mich in Ruhe, ihr Nervensägen!« Ben warf die Tür hinter sich zu.
Warum zur Hölle griffen die beiden ständig in sein Leben ein? Nora mit ihren romantischen Filmabenden, zu denen sie immer nur ihn einlud und nie Rudi, »weil der nichts davon versteht. Nicht wie wir beide.«.
Und Rudi, der zu jedem Thema alles besser wusste. Letztens hatte er Ben eine Viertelstunde lang mit Diättipps zugeschwallt, obwohl Ben nicht zu dick, sondern viel zu mager war und Rudi selbst fast seine XXL-Hemden sprengte. Und zwar nicht aufgrund seiner Muskelmasse.
Ben trat auf die dreckige Straße hinaus und hatte mit einem Mal ein schlechtes Gewissen. Ein schrottreifes Auto tuckerte vorbei. Der Wind trieb eine schmierige Plastiktüte vor seine schwarzen Stiefel und die Jugendlichen, die an der Bushaltestelle herumlungerten, warfen ihm abschätzige Blicke zu.
Hatte er seine Mitbewohner beleidigt? Klar waren die komisch, aber … das war er ja auch. Und er fühlte sich eh ständig wie ein Spinner. Also warum warf er anderen Leuten vor, dass sie sich seltsam benahmen?
Er würde mit Nora diesen blöden Film schauen. Demnächst. Ganz bestimmt. Vielleicht. Doch, würde er. Egal, wie tränenreich sie seufzte, sobald der depperte Held zum Flughafen losrannte, um seine Geliebte aufzuhalten … Konnte er Rudi irgendwie dazu bringen, das Elend mit ihm zu teilen?
Ben knurrte leise, dann öffnete er GaymeboysHamburg, die Dating-App, durch die er den letzten katastrophalen Kerl kennengelernt hatte. Nach kurzem Zögern änderte er seinen Namen in »Bengalo Stutenknaller«.
»Warum auch nicht«, murmelte er.
Knapp wich er einem senffarbenen Haufen Hundescheiße aus. Das hatte er schnell gelernt, als er hergezogen war. Wenn er jetzt noch lernte, mit dem Dreck, dem Lärm, der Kälte, den unfreundlichen Leuten und dem immer bewölkten Himmel klarzukommen, war alles gut.
Dann geh doch zurück nach Kallenbroich, flüsterte eine Stimme in seinem Hinterkopf. Da hattest du das alles nicht und fandest es trotzdem scheiße. Wahrscheinlich hat Mutti recht und du willst einfach unglücklich sein.
Wollte er das? Seit Jahren war er entweder frustriert oder wütend. Er hatte gehofft, dass sich etwas ändern würde, wenn er nach Hamburg zog. In eine richtige Großstadt. Endlich ein Studium beginnen, weg von zuhause, hier, wo ihn keiner kannte. Endlich nicht mehr verheimlichen, dass er auf Männer stand, so, wie er das in der Heimat getan hatte. Nicht, dass ihm das irgendwelche Probleme erspart hätte.
Na, schmeckt’s, du Freak?, hörte er eine zweite Stimme in seinem Kopf. Dennis Alfred. Sein geliebter Klassenkamerad, der ihm den Arm verdreht und ihn gezwungen hatte, Schafsköttel zu essen. Mehrfach. Von der siebten bis zur neunten Klasse. Und alle Freunde von Dennis hatten zugeschaut und gelacht.
Mit einem Mal kam ihm die graue Straße unter dem grauen Himmel gar nicht mehr so trüb vor. Im Vergleich zu Dennis Alfred war alles harmlos. Selbst diese zugeschissene, unfreundliche Stadt.
Niemand hatte ihm geglaubt, dass Dennis ihn quälte. Niemand glaubte dem seltsamen mageren Bürschchen, das nicht Fußball spielen konnte. Nicht mal die eigenen Eltern.
Dennis Alfred konnte Fußball spielen. Und Weiber flachlegen und Leuten, die am Boden lagen, noch Kies ins Gesicht kicken. Alles Eigenschaften, die einen in Kallenbroich zum King machten.
Na, Ben hatte ja einen Weg gefunden, sich zu wehren. Auch, wenn ihn das noch mehr zum Außenseiter gemacht hatte. Selbst jetzt, nach einem halben Jahr Hamburg, trug er immer mindestens eine seiner Geheimwaffen mit sich herum. Gut verpackt, aber erreichbar, in seiner abgewetzten, schäbigen Schultertasche.
Er nahm die S-Bahn in Richtung Pinneberg, sank in seinem Sitz zurück und ließ die fahle Landschaft an sich vorbeiziehen. Am Horizont sah er riesige Kräne, still, wie erstarrte Monster, die auf ihrem Vormarsch in die Stadt versteinert worden waren.
In Hammerbrook stieg er aus, zusammen mit einer Masse gebeugt laufender Menschen jeden Alters. Warum sahen die alle so verbittert aus? Heute war doch Sonntag, da hatten normale Menschen frei. Nur Ben nicht.
Er verließ das Bahnhofsgebäude mit der hässlichen Schalenverkleidung, nur um sich unter der noch hässlicheren Beton-Eisenbahnbrücke wiederzufinden. Drei Straßen und drei Minuten bis zur Arbeit. Zwei. Eine.

»Du bist zu spät«, begrüßte Jördis ihn, als er seine Tasche fallen ließ und sich auf den Schreibtischstuhl warf.
Wortlos loggte er sich ein und setzte sein Headset auf.
»Die merken das.« Jördis war nervös wie eine gefangene Spitzmaus. »Die können das sehen. Sie erfassen die Zeit.«
»Sind doch nur zwei Minuten«, brummte er und stützte sich auf der grauen Plastikplatte ab, die ihm als Schreibtisch diente.
Viel zu klein, kaum Platz für seinen Collegeblock und den Roman, den er zwischen den Anrufen las. Die Tische im Online-Sekretariat standen in Dreiergruppen zusammen. Sie nannten die Gruppen »Stationen«.
An jeder Station war Platz für drei Mitarbeiter, die dort telefonierten, oder vielmehr versuchten, wütende Kunden zu beruhigen. Elf Stationen ragten aus dem Teppichboden, wie Felsen aus einem bleigrauen Meer. Dreiunddreißig Mitarbeiter hätten in diesen Raum gepasst. Viel zu viele Menschen.
Glücklicherweise war heute Sonntag und es war ziemlich leer. Ben mochte Ruhe. Und die Wochenendzulage. Und die Nachtzulage, die er nachher auch einstreichen würde. Es dämmerte bereits.
»Sie könnten dich feuern«, flüsterte Jördis.
»Ist doch eh ein Scheißjob«, murrte Ben. »Wie viele haben heute schon geheult?«
»Nur zwei«, sagte Jördis. »Emily und … und ich. So ein Typ, der zu FitnessBuddys Porz wollte. Der war … der war ziemlich gemein. Der hat mich zu blöd zum Leben genannt und ein hohles Miststück.«
»Ach, scheiße.« Ben wusste nie, wie er Mitleid ausdrücken sollte. Er überlegte, ihr den Rücken zu tätscheln. Aber wer wollte schon von ihm getätschelt werden?
»Nicht so schlimm«. Eine offensichtliche Lüge. Sie schaffte es nicht mal, zu lächeln. »Dafür haben wir einen neuen Kollegen.« Sie senkte ihre Stimme. »Einen süßen neuen Kollegen. Da hinten, bei Anike und Bärbel.«
Ben sah sich um.
Kacke.
Nicht der, schrie er innerlich. Nicht dieser schmierige Schleimer!
Marek Kucera saß ganz hinten, strahlend schön und glattpoliert wie ein Kiesel. Und glücklicherweise halb verborgen von einer Trennwand, wegen der Ben ihn nicht direkt entdeckt hatte. Bärbel, ihre Supervisorin, erklärte ihm gerade etwas. Im Flüsterton, mit glänzenden Augen. Natürlich.
Alle Mädels flogen auf Marek Kucera. Diesen Sack. Aber das war es nicht, was Ben an ihm störte. Er hasste ihn, weil er wie die hübschere Ausgabe von Dennis Alfred aussah. Und, weil er genau den gleichen miesen Charakter hatte. Und, weil er überall beliebt war und weil er Ben gleich am ersten Tag als Bauer beschimpft hatte.
Gerade, als Ben noch Hoffnungen gehabt hatte, dass in Hamburg alles anders werden würde, lief ihm dieser Spacko über den Weg. Am ersten Tag des ersten Semesters des Chemiestudiums, als sie alle auf den Stufen vor der Uni gesessen hatten, um sich kennenzulernen. Ben war furchtbar schlecht darin, Leute kennenzulernen. Er hatte während des ersten Semesters nicht eine Freundschaft geschlossen. Marek dafür hundert. Mindestens.
Er beobachtete Marek. Beobachtete, wie er der Supervisorin aufmerksam zuhörte, nickte, seine weißen Zähne blitzen ließ. Dieses reiche Söhnchen. Was machte der hier? Musste er etwa Geld verdienen? Seine Eltern steckten ihm doch bestimmt alles in den Arsch, oder?
Am liebsten hätte er ihn danach gefragt. Aber schon kam ein Anruf durch und Ben musste sein Sprüchlein aufsagen.

 

Falls du nach diesen deprimierenden Zeilen noch nicht heulend in der Ecke kauerst, schau dir die ganze Leseprobe bei amazon an. 🙂

Wordcount, Lieblingsstelle usw. gibt’s gegen Abend, falls ich noch daran denke. Jetzt wird geschrieben! Lindwürmer ahoi!

 

*** Nachtrag: Hm, gab keine Lindwürmer. Nur Romantik. Na, auch ganz nett. 😀 ***
Heutiger Wordcount: 2.307 Wörter in 1,5 Stunden
Wordcount »Prinzgemahl« (Arbeitstitel) insgesamt: 47.688 Wörter

Der Wordcount haut keinen vom Hocker, aber die Zeit … Ich habe knallhart nach der Pomodoro-Methode geschrieben, immer 25 Minuten ohne abzusetzen. Vielleicht schaff ich das ja mal länger. Morgen oder so.

Lieblingsstelle heute:
Solan hörte ein Lachen, als er Nats Griff knapp entkam und merkte, dass es seins war. Entsetzlich!

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