Neu: Valentin (Dichte Dichter 2)

Nach Milan lernt ihr nun Valentin kennen. Der ist ein ganz anderer Typ: schüchtern, verträumt, perfektionistisch … und stur wie ein Kleinkind, das seine Schuhe nicht ausziehen will. Das ist sehr stur. Ich spreche aus Erfahrung.

Valentin bekommt einen neuen Mitbewohner, der selbstverständlich gar nicht die Erfüllung all seiner Träume ist. Valentin hat nämlich sehr präzise Träume, und er wird keinen Millimeter davon abweichen! Nie! Na ja, vielleicht nur einmal, zu Recherchezwecken. Irgendwer muss die Hühnerdieb-Szene aus seinem Roman ja nachstellen und wer wäre ein besserer Hühnerdieb als Jayson , der fröhliche Muskelprotz?

Leseprobe!

»He, du!« Valentin straffte sich. »Was machst du da mit dem Huhn?«
»Huch!« Jayson tat ertappt. Er tat ertappt, indem er die Hände an den Kopf legte und schaute wie eine schockierte Gouvernante. Valentin kicherte. »Ich wollte nichts klauen, echt!«
»Ach ja?« Valentin stemmte die Hände in die Hüften. »Das sieht aber ganz anders aus. Huhn her!«
Sie prusteten los, genau gleichzeitig.
»Sorry.« Jayson versuchte, ein ernstes Gesicht zu machen. »Äh, das … Okay, hast mich erwischt. Ich wollte das Huhn klauen, aber … also.« Er überlegte sichtlich. »Aber ich hatte Hunger! Schau mal, ich bin schon ganz mager!« Als Beweis hob er seinen Pullover und präsentierte seinen Waschbrettbauch.
»Du armer Junge.« Valentins Stimme wurde eine Spur rauer. »Du hast ja höchstens 12 Prozent Körperfett.«
»11,7 Prozent«, sagte Jayson stolz.
»Na, dann will ich mal nicht so sein. Du darfst das Huhn behalten.« Valentin leckte sich die Lippen. »Wenn du mir ein wenig hilfst.«
»Oh, gerne feinster Herr!« Breite Zähne blitzten. »Wie kann ich dir … Euch helfen, Edelster?«
»Die Nacht ist düster und kalt.« Valentin rieb sich das Kinn. »Da friert ein Bauernsohn, wenn er niemanden hat, der ihn wärmt.«
»Oh, das … Ihr habt also kein Weib?«
»Kein Weib, keinen Liebsten. Niemanden.« Valentin machte einen Schritt auf Jayson zu. Dessen Nasenflügel bebten.
»Mensch, ist das traurig.« Eine Pranke legte sich an Valentins Wange. »Da helf ich natürlich. Bin ja kein Schwein.«
»Ausgezeichnet.« Valentin schubste Jayson auf das Bett.
Der landete mit einem überraschten Laut. »Whoah, du bist ja stürmisch, Feinster!«
»Das ist noch gar nichts.« Valentin riss sich das Pyjamaoberteil vom Leib. Fast hätte er seine Impulsivität bereut. Neben Jayson sah er aus wie ein Storch neben einem Nashorn. Aber sein Mitbewohner schaute ihn an, als sei er ein Storch aus Schokolade. Oder Proteinpulver.

Klappentext!

Die dichten Dichter dichten weiter!

Nichts läuft, wie es sollte. Valentin schafft es weder, seinen Roman zu beenden, noch Professor Südberg seine Liebe zu erklären. Dabei hat der Prof die schokoladigsten Augen aller möglichen Professoren! Selbst Valentins Kollegen, die dichten Dichter, können ihm nicht helfen.

Dann bekommt Valentin auch noch einen unerwünschten Mitbewohner: Jayson Käsebier. Breitschultrig, fröhlich und fitnessverrückt ist er alles, was Valentin nicht ist. Und ganz bestimmt nicht das, was er braucht, um sein Leben in Schwung zu bringen. Egal, wie hingezogen er sich zu Jayson fühlt. Jayson, der 80 Kilo stemmt und bei Filmen heult wie ein Kleinkind (aber nur an den schönen Stellen) ist garantiert der falsche Mann für einen intellektuellen Poeten wie ihn. Dumm nur, dass Jayson das ganz anders sieht …

Ihr seht schon, es wird wieder albern. Zwei von drei Testlesern waren begeistert! Und der dritte fand es auch ganz okay! Also holt euch noch heute Valentin: Club der dichten Dichter 2, jetzt bei allen E-Book-Händlern!

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Wie immer kann man das E-Book in der ersten Woche überall bestellen. Dann muss Valentin drei Monate lang Amazon-exklusiv sein, damit die KU-Leser auch was von ihm haben.

Neu: Milan (Dichte Dichter 1)

Gibt es einen romantischeren Beruf als Autor? Nö (schrieb sie, während sie pyjamatragend verkrümmt am Schreibtisch saß und kalten Kaffee nippte). Gibt es nicht. Deshalb habe ich eine Mini-Gay Romance-Reihe über Autoren geschrieben, vom knallharten Thrillerautor (Milan) über den schüchternenen Historienroman-Schreiberling (Valentin) bis zum kommerzgeilen Romantikluder (ich, äh, Rob). Es sind kürzere Werke, weil ich Lust auf Heftroman-Format hatte. Dafür gibt’s ab jetzt jeden Monat einen. Und den Anfang macht Milan, der tragische Noir-Held, der unverhofft seiner alten Liebe wiederbegegnet.

Leseprobe gefällig?

Jules‘ schräges Lächeln erschien vor seinem inneren Auge. Die ungleich langen Schneidezähne, die ihn frech aussehen ließen, obwohl er ein totaler Streber war. Na ja, bis er Milans Bruder geworden war. Der hatte ihn nicht schnell genug in den Abgrund …
Milan schüttelte den Kopf. »Lass den Scheiß«, murmelte er. »Das ist vorbei.«
Er richtete den Blick in den nachtschwarzen Himmel. Der Regen wurde stärker. Plätschernd fiel er vom Rand der Markise. Milan beobachtete die Rauchwolke, die aus seinem Mund schwebte und sich in der Dunkelheit auflöste. Rob wollte nachher noch in die Manobar. Was Warmes fürs Bettchen finden, hatte er gesagt. Milan würde mitgehen, schließlich war er seinem Zeitplan voraus. Das neue Manuskript ging gut voran. Er hatte heute drei grausame Morde beschrieben: Eine Häutung, eine Verätzung, und das dritte Opfer war qualvoll an einer Einhornspardose erstickt. Er hatte sich eine Belohnung verdient. Laura, seine Agentin, würde begeistert sein …
»Milan?«
Ein Orkan kam aus dem Nichts und fegte durch seinen Magen. Noch bevor er sich umdrehte, wusste er, dass sein Verderben hinter ihm stand. Also verharrte er. Eine endlose Sekunde lang.
Verdammt, wer ist das?, dachte er. Ich kenne die Stimme, aber wer ist das? Warum …
Warum prickelten seine Finger plötzlich so stark, dass die verdammte Kippe ihnen entglitt? Stockstarr sah er zu, wie sie zu Boden segelte und zischend auf dem Pflaster landete.
»Milan? Das … Du bist es, oder?« Eine Stimme wie Rauch und Honig. So köstlich, dass er sich endlich umdrehen musste.
»Bin ich«, sagte er lässig. »Und wer …«
Er erstarrte. Ein Mann stand vor ihm. Ein dunkelblonder, attraktiver, triefend nasser Mann, in dessen Wimpern Regentropfen glänzten. Seine Lippen teilten sich zu einem schrägen Lächeln und zwei ungleiche Schneidezähne erschienen.
Ein Krächzen drang aus Milans Kehle.

Klappentext gibt’s auch:

Willkommen in der Welt der dichten Dichter!

Es läuft gut für Milan, den stahlharten Thrillerautor. Seine Bücher verkaufen sich wie blutige Steaks und er hat mehr als genug willige Männer, die sich über seine Muskeln und seine geheimnisvolle Aura freuen. Mehr will er nicht vom Leben. Außer ab und zu ein Bier mit seinen Autorenkollegen, den dichten Dichtern, zu trinken.
Und zu vergessen, dass es Jules gibt.
Jules, den er vor über zehn Jahren zurückgelassen hat. Dessen Leben er um ein Haar ruiniert hätte und dessen kaffeefarbene Augen ihn immer noch in den Schlaf verfolgen. Jules, den sanften Musterschüler, der einmal Milans Stiefbruder war.
Doch Jules kehrt zurück. Kann Milan sich gegen die alte Anziehung wehren?

Wie immer kann man das E-Book überall bestellen, zumindest in der ersten Woche. Dann muss Milan 3 Monate lang Amazon-exklusiv sein, damit die KU-Leser auch was von ihm haben.

Amazon: https://www.amazon.de/Milan-dichten-Dichter-Regina-Mars-ebook/dp/B07WNBG11L/

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Weltbild.de: https://www.weltbild.de/artikel/ebook/club-der-dichten-dichter-1-milan_26632708-1

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Hugendubel.de: https://www.hugendubel.de/de/ebook/regina_mars-milan-37644049-produkt-details.html

Neu: Heiße Keramik (+Gratis-Kurzgeschichte)

Lange hat es gedauert, aber nun ist sie da: Heiße Keramik, die Geschichte von Robin und Gordan. Die beiden sind selbst für meine Verhältnisse ein Chaos-Duo und die ganzen Nebendarsteller sorgen auch nicht dafür, dass es weniger albern zugeht. Na ja, immerhin wird’s nicht langweilig. Mir zumindest nicht. Das Schreiben war echt wieder eine Freude. Hach, Augenbrauenhorst …

Das ist der Klappentext

»Ich bin hier, um Ihnen ein Angebot zu machen.«

Was macht dieser blonde Schnösel in seiner Werkstatt? Als hätte Gordan nicht schon genug Probleme, steht dieser Robin plötzlich vor dem schlecht gelaunten Keramiker und will eine Plastik, die Gordan nicht töpfern kann. Gordan tut das einzig Richtige und wirft ihn raus.

Aber Robin ist hartnäckig. Um seiner Familie zu beweisen, dass er mehr als ein leichtlebiger Trottel ist, geht er Gordan weiter auf die Nerven. Und Tag für Tag schleicht er sich mehr in dessen Herz …

Enthält: Kleinstadtromantik, Gürteltiergießkannen, betrunkene Eskapaden und die ganz große Liebe.

Und hier geht es zur Leseprobe:

Auf Amazon

Die Tolino-Shops zieren sich leider noch ein wenig (Liegt’s am Cover? Ist es zu HEISS?)

Uuuund der versprochene Bonus! Eine niedliche Kurzgeschichte, die 11 Jahre nach „Heiße Keramik“ spielt. Gratis UND umsonst in allen Shops. 🙂

Zum Beispiel auf Amazon
und Google Play
(Tolino scheint gerade echt Probleme zu haben. Na, hoffen wir, dass das bald wieder rund läuft)

Der Klappentext:

Um zwei auf dem Kürbisfest. Das hat Karol gesagt und Luke kann es kaum erwarten, seinen Schwarm zu treffen. Auch, wenn das kein Date ist. Karol will ihm schließlich nur ein Bier ausgeben, weil Luke ihm bei einem Referat geholfen hat. Natürlich ist Karol nicht an Luke, dem seltsamen Streber, interessiert.

Nicht Karol, der selbstbewusste, sportliche, absolut umwerfende Klassenclown. Ist er nicht, oder? Luke muss es herausfinden, trotz all der Hindernisse, die ihm im Weg stehen: seine Schüchternheit, die Kürbisfest-Security, eine Kürbisboot-Regatta und sein allererstes Bier.

Patreon und mehr

Ich habe jetzt eine Patreon-Seite: https://www.patreon.com/reginamars

Wer es noch nicht kennt: Patreon ist eine Plattform, auf der man Künstlern ein kleines Taschengeld zukommen lassen kann. Oder ein großes, wenn man will. Optimistisch wie ich bin, biete ich die 20 Dollar-Option „Pegasus“. Aber ich freue mich genauso über jede 1 Dollar-Blaumeise.

Ehrlich gesagt, verspreche ich mir nicht wahnsinnig viel davon. Nur ein paar Cent für die Kaffeekasse. Aber falls zufällig jemand denkt „Hey, ich hab so viel Geld, unterstütze ich doch die Regina“ hat er/sie jetzt die Möglichkeit.

ANSONSTEN: Habe ich wieder mehr Zeit. Zum Schreiben und auch, um all den Kram zu machen, der bisher liegengeblieben ist. Die Ebernau-Bände und Diagnose: Depp in alle Shops zu bringen, zum Beispiel.

Ich illustriere gerade wieder für die Greenlight Press, diesmal für die wundervolle Nadine Erdmann. Für sie habe ich schon diese Postkarte gezeichnet:

Die neue Illu ist wieder für die Lichtstein-Saga, aber leider noch geheim.

Dann arbeite ich noch am Wichtigsten: mir selbst. Ich lerne Tastaturschreiben, so richtig mit allen Fingern und ohne verkrampft auf die Tastatur zu schauen. Noch ist es zäh. Aber wenn ich jeden Tag übe, wird das schon.

Sobald ich das geschafft habe, gönne ich mir vermutlich einen Schreibkurs bei Dean Wesley Smith, auf den ich mich schon richtig freue.

War da noch was? Ach ja: Schreiben. Ich habe geschrieben! Wie eine gesengte Wildsau! Einen Roman und zwei Kurzromane (Heiße Keramik und Dichte Dichter 2 & 3). Die werde ich in Ruhe überarbeiten und nach und nach rausbringen. Für Lesestoff ist also gesorgt, bis September. Dann muss ich mir was Neues einfallen lassen. 😀

Neues Buch! „Das Monster im 5. Stock“

Es gibt was Neues! Endlich! Den Bayern, a.k.a. den Schönen und das Biest und das Weißwurstfrühstück oder auch „Das Monster im 5. Stock“. Es geht um Wastls (ja, »Wastls«) Abenteuer in München. Klingt klamaukig-lustig, ist es auch … meistens. Wie mir meine Testleser bestätigt haben, fließen ein paar Tränen. Wastl trifft nämlich auf Adrian und der ist eine ganze Ecke düsterer und verschlossener als mein bayerischer Sonnenschein. Okay, das ist fast jeder. Mit Wastls Optimismus kann es höchstens noch Sunny aus »Sonnengeküsst« aufnehmen.


Falls du ihn kennenlernen magst, hätte ich hier einen schicken Klappentext:

Endlich in München! Jetzt braucht Wastl nur noch eine Wohnung und dann kann er sich auf die Suche nach der großen Liebe machen. Der größten! Leider findet er keine Wohnung. Nach unzähligen Besichtigungen landet er versehentlich im Luxusappartement von Adrian, den ein düsteres Geheimnis umgibt.

Was macht das naive Landei mit dem furchtbaren Dialekt in seiner Wohnung? Adrian will seine Ruhe! Und weiter einsam leiden, so, wie er es verdient. Doch Wastl umgarnt ihn mit grauenvollen Gerichten und seinem strahlenden Lächeln, und mit jedem Tag, der vergeht, stiehlt er sich mehr in Adrians Herz …

Diesmal startet das E-Book gleichzeitig auf fast allen Plattformen:
Auf Amazon!
Auf thalia.de!
Auf hugendubel.de!
Auf weltbild.de!
Und allen anderen!

KU kommt später, weil das nicht gleichzeitig mit allem, was nicht Amazon ist, geht. Hier ist ein Blogbeitrag dazu, für alle, die es interessiert: https://www.reginamars.de/amazon-tolino-und-ku-und-eine-sehr-komplexe-veroeffentlichungsstrategie/

Und am Print sitze ich gerade.

Viel Spaß beim Lesen!

Amazon, Tolino und KU (und eine sehr komplexe Veröffentlichungsstrategie)

Der folgende Text ist vermutlich nur für Selfpublishing-Nerds wie mich interessant. Und die Leser, die sich fragen, warum sie mein neues Buch noch nicht über KU lesen können. Und die Tolino-Leser, die plötzlich genau so schnell bedient werden wie die Amazon-Leser.

Also … Wo fange ich an?

Wenn ich bei Amazons Selfpublishing-Plattform kdp (kindle direct publishing) veröffentliche, habe ich die Möglichkeit, das Buch auch über indle unlimited (KU) anzubieten. Das ist eine Lese-Flatrate, über die man für 9,99 im Monat so viele E-Books lesen kann, wie man will. Und das wird genutzt. Die Hälfte meiner Leser liest über KU. Klingt super, oder? Ist es auch.

Es gibt nur zwei Nachteile:

Nachteil 1: Damit Amazon meine Bücher für KU zulässt, muss ich mindestens 3 Monate exklusiv bei ihnen sein. Erst danach kann ich aus KU raus und die E-Books auch bei Tolino einstellen. Und das ist verdammt schade. Ich würde lieber alle gleichzeitig bedienen. Viel, viel lieber. Jeder soll meine Bücher da kaufen können, wo er will.

Nachteil 2: das liebe Geld. Wenn ein Leser das komplette E-Book über KU liest, bekomme ich dafür Geld von Amazon. Leider nicht viel, und es wird immer weniger. Die Entwicklung könnt ihr hier nachverfolgen: http://www.selfpublisherbibel.de/kindle-unlimited-quoten-fuer-februar-2019-leicht-aufwaerts/. Inzwischen bekomme ich für ein gelesenes E-Book nur noch ein Drittel von dem, was ein Verkauf einbringt. Und ich brauche das Geld. Ich lebe von dem Scheiß. Zusätzlich steigen immer mehr Leser von Kaufen auf KU um, was ich aus Lesersicht total verstehe, aber: Ich lebe von dem Scheiß.

Das System kann ich nicht ändern. Aber meine Veröffentlichungsstrategie. Und JETZT wird’s erst kompliziert. 😀

Ich habe keine Lust mehr, meine Tolino-Leser wie Kunden zweiter Klasse zu behandeln. Die sind genauso nett wie die Amazon-Leser, schreiben mir genau so tolle Nachrichten und im Gegensatz zu den KU-Lesern zahlen sie den vollen Preis. Nichts gegen die KU-Leser. Ich liebe euch! Ihr seid großartig und ihr schreibt so unglaublich liebe Rezis. Aber es ist einfach unfair, dass die Tolino-Leute IMMER warten müssen.

Also, was tun? Ich habe immer noch keine perfekte Lösung. Aber eine bessere. Das nächste Buch veröffentliche ich parallel auf Amazon und den Tolino-Plattformen (Thalia.de, Hugendubel.de usw.). Ohne KU. Nach einer Woche pausiere ich das E-Book dann auf den Tolino-Plattformen und stelle es bei KU ein. Die KU-Leser sollten es 10 Tage nach Veröffentlichung lesen können. Immer noch nicht ideal, aber besser, jemand muss 10 Tage warten als 3 Monate. Und immerhin haben ALLE in den ersten zwei Wochen die Möglichkeit, das E-Book zu kaufen oder zu leihen.

Der einzige Nachteil ist, dass die KU-Leihen im Amazon-Ranking (den Bestsellerlisten) zählen wie Verkäufe. Diesmal wird’s also wohl nichts mit dem schönen »Bestseller Nr.1«-Label. Das opfere ich der Gerechtigkeit. Jou. Mal sehen, wie mein Ego das verkraftet. 😀

Nachtrag: Meinem Ego geht’s gut, dem feisten Miststück. Bestseller Nr. 1, Baby!

Das „Mondmal“ bekommt einen Bruder: „Flammensturm“

Wir hatten es ja angedroht, äh, angekündigt: „Das Mondmal“ war nur Teil 1 der ersten uferlosen Buchreihe. „Flammensturm“, Tanjas Geschichte von Krieg, Liebe, Elfen, Menschen und Alpträumen ist Band 2. Nun ist sie vorbestellbar und ab Freitag bei Amazon erhältlich. Hier: https://www.amazon.de/Flammensturm-uferlos-Seelengef%C3%A4hrten-Tanja-Rast-ebook/dp/B07NCPG6XW/

Mock-Up von covervault.com

Geschichte neigt dazu, sich zu wiederholen. Aus gutem Grund bewahren die Elfen die Geschichten über ein Krieger- und Liebespaar, das einst die Albtraumgespinste zurückgeschlagen hat.

Mit Lobpreisung hat Elfenkrieger und Hitzkopf Zeriac gerechnet, als er einen der verhassten menschlichen Soldaten als Gefangenen ins Lager schleppt. Aber es kommt anders: Ein Blick auf den sanften und allzu höflichen Hünen Curan genügt der Stammesältesten, um den beiden jungen Männern Scheußliches zu eröffnen. Dabei stellt die Rückkehr der monströsen Albtraumgespinste das kleinste Problem dar, findet Zeriac. Schlimmer ist das, was die Alte da über ein mystisches Paar faselt …

Zeriac kennt die Legende natürlich, sieht aber gar nicht ein, sich sein Leben von einer angeblichen Schicksalsmacht vorschreiben zu lassen – und wen er gefälligst zu lieben hat! Doch die Armeen der Albtraumkönigin rücken unaufhaltsam vor, und Zeriac und Curan stehen vor ihrer größten Schlacht. Denn den monströsen Kreaturen ist es gleich, ob sie Mensch, Zwerg oder Elf zerfleischen …

„Das Mondmal“ ist da!

„Das Mondmal“ a.k.a. „Seelengefährten 1“ a.k.a. „Die lustigen und unlustigen Abenteuer von Ridley, Slar und Onex“, ist heute morgen erschienen. Hier! Und es schlägt sich erstaunlich gut. Nummer 1 in „Fantasy für Homosexuelle“? Nicht schlecht, Jungs! Eine ausführliche Leseprobe gibt es drüben auf Amazon auch. Und schon vier Rezensionen, falls ihr wissen wollt, was meine Leserunde davon hält.

Hier ist der Link: https://www.amazon.de/Das-Mondmal-uferlos-Seelengefährten-1-ebook/dp/B07M6ZZCMM/

Klappentext? Klappentext!

Zwei Helden, vom Schicksal zusammengeführt! Zwei Herzen, eine Bestimmung!

Das Autorenkollektiv „Die Uferlosen“ präsentiert: „Seelengefährten“. In jedem Buch wird das Thema neu interpretiert, aber eins haben alle Bände gemeinsam: Sie gehen direkt ins Herz.


Zwei Herzen, ein Zeichen. Wer das Mondmal eines anderen trägt, ist mit ihm verbunden – für immer. Doch was, wenn dein Zeichen jemandem gehört, den du hasst?

Nach einer harten Kindheit im Waisenhaus geht es für Ridley endlich aufwärts. Als »Zukal der Zerstörer« ist er der beste Käfigkämpfer der Arena, und bald wird er auch der beste Heiler der Akademie sein. Jemand wie er glaubt nicht an Mondmale. Keine Göttin kann ihm vorschreiben, wen er zu lieben hat. Sein einziges Problem ist dieser Idiot von der Tempelwache, der sein gesamtes Geld in den Kanal geworfen hat. Und nur, weil Ridley ein winziges Boot geklaut hat … während darauf eine Trauerzeremonie stattfand

Slar wird den feigen Dieb finden, der ihn vor seinem besten Freund lächerlich gemacht hat. Nicht nur, weil er heimlich in diesen besten Freund verliebt ist. Sondern auch, weil Gesindel wie Ridley Zukal nicht frei herumlaufen darf. Selbst wenn dieses Gesindel den Körper eines Kriegsgottes und ein überaus anziehendes Lächeln hat …

Neuer Roman: „Das Mondmal“ + Leseprobe

Es geht wieder los! 😀 Aber heute ist mein neuer Roman „Das Mondmal“ auf Amazon vorbestellbar. Und am 10. Januar erscheint er.

Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes: „Das Mondmal“ ist nämlich Teil 1 einer Reihe, die ich mit meinen uferlosen Kolleginnen geschrieben habe. Tanjas „Flammensturm“ ist Band 2 und Band 3 … wird noch nicht verraten. Aber bald darf ich hoffentlich mehr sagen.

Da Amazon noch keinen Blick ins Buch erlaubt, ist hier eine Leseprobe: Kapitel Eins, in dem wir den charmanten Ridley Zukal kennenlernen. Der, damit wir ihn direkt ins Herz schließen, erst mal ein Boot klaut, rumhurt und sich prügelt. Ridley! Lass das!

Ein angenehmer Morgen

Ridley wettete auf sich selbst und gewann. Wie immer. Na gut, ab und zu verlor er auch, aber das kam so selten vor, dass er es großzügig vergaß.
»Ich bin der Größte!«, brüllte er und riss seinen biergefüllten Pokal hoch. Schaum schwappte auf die Bodenbretter und vermischte sich mit dem Blut, das aus seiner geplatzten Unterlippe tropfte.
»Zukal!«, schallte es ihm entgegen. Die Menge war so dicht gedrängt, dass er das Ende der Halle kaum sah. Dutzende schmutziger Hände rissen an den Gittern des Käfigs und brachten das ganze Ding zum Klappern und Summen. Sie schüttelten warme Tropfen von den Stäben an der Decke, die seine nackten Arme trafen. Und die reglose Gestalt seines Gegners, der mit dem Gesicht voran auf dem Boden lag.
Ridley grinste noch einmal in die Runde, dann verschwand er durch die Klappe, die Minos, der Türsteher, ihm aufhielt. Der klopfte Ridley knapp auf die Schulter. Ridley erwiderte die Geste, dann verschluckte die Menge ihn.
»Ich hab 200 Gulden gewonnen!«, kreischte ihm jemand ins Ohr. »200! Ich hab gewusst, dass ich auf dich wetten muss! Du bist der Hammer, Mann!«
»Wahnsinn! Wie du ihm die Faust durch die Fresse gezogen hast!« Ein zahnlückiges Lachen. Die Frau war höchstens einundzwanzig. »Wahnsinn!«
»Zukal!« Ein hübscher Braunhaariger warf sich in seine Arme. Ridley kannte ihn. »Guter Kampf.«
»Danke.« Ridley packte den Hinterkopf des Kerls und steckte ihm seine Zunge in den Hals. Er schmeckte Rum, Schweiß und schweren Wein. Lecker. Jetzt wusste er wieder, woher sie sich kannten. Sie waren schon einmal übereinander hergefallen, als er vor ein paar Wochen Ragan Rotauge besiegt hatte. Sah aus, als würden sie das heute Abend wiederholen.
Sie wiederholten es. Lange.

Als Ridley aus der abblätternden Haustür des Braunhaarigen trat, dämmerte es bereits. Farben schälten sich aus dem Grau und die Halbmondstadt schien sich blinzelnd die Augen zu reiben. Noch war niemand auf der Straße. Pfeifend richtete Ridley sein ärmelloses Hemd und ging durch die schmale Gasse. Über ihm neigten sich die hohen Fassaden einander zu, als wollten die Dachrinnen sich küssen. Es stank nach Algen, aber das tat es hier immer. Die Halbmondstadt war auf Wasser gebaut. Man konnte kaum einen Stein werfen, ohne dass der im graugrünen Wasser eines der Kanäle versank.
»Ein weiterer erfolgreicher Arbeitstag für Zukal den Zerstörer!«, rief Ridley Dreck und Pflastersteinen zu.
Das Gewicht der Münzen wog schwer an seinem Gürtel. Ja, seine Börse war reichlich gefüllt. Sieben zu eins hatten die Wetten gestanden. Nur, weil sein Gegner drei Fingerbreit größer gewesen war als er. Auf die Größe kam es nicht an. Außerdem war Ridley verdammt groß. Er hielt an einer der moosüberwucherten Brücken, um ins Wasser zu schauen. Im trüben Dämmerlicht sah er nicht viel, aber er erahnte in den dunklen Schemen sein Gesicht. Soweit er das beurteilen konnte, sah er fantastisch aus, trotz der geplatzten Lippe. Mehr als fantastisch. Dieser Kerl von vorhin, der hatte kaum aufhören können, seine muskelbepackten Arme zu betatschen und ihm zu erklären, wie heiß er war. Der hatte seinen Namen noch lauter geschrien als die Menge vorhin, als Ridley ihn gestoßen hatte.
Zufrieden ging er weiter.
»Zukal!« Eine röhrende Stimme hallte durch die enge Gasse. Ridley stoppte abrupt. Drei Männer und eine Frau traten aus dem Schatten eines Hauseingangs. Ein Wunder, dass er die Frau nicht vorher gerochen hatte. Sie stank nach altem Bier und noch älterem Schweiß. Alkohol hatte sich in ihr Gesicht gefressen und es in ein rotes Kraterfeld verwandelt. Die drei Kerle, vielleicht ihre Söhne, sahen kräftiger aus. Tumb und breitschultrig, aber das war es nicht, was ihm Sorgen machte. Das waren die Messer, die in ihren Händen blitzten.
»Hallo, schön euch zu sehen«, sagte Ridley strahlend und rannte weg. Genau in einen vierten Mann hinein, der noch schlimmer roch als die Frau. Feucht-fischige Haut traf auf Ridleys Nase, die ohnehin schon vom Kampf lädiert war.
Er hielt sich nicht mit Fragen auf. Es war klar, dass die Fünf ihm schaden wollten. Instinktiv ließ er sich fallen, gerade rechtzeitig, um nicht vom Messer des vierten Mannes skalpiert zu werden. Er packte den Kerl am Knie und riss es nach vorn. Sein Gegner knickte ein und Ridley hatte freie Bahn. Er nutzte seine Chance.
Blitzschnell sprintete er zurück, über die Brücke, von der er eben noch sein Spiegelbild bewundert hatte. Mist, die Pflastersteine waren rutschig. Fast hätte er sich am Ende der Brücke auf die Fresse gelegt. Oder lag es an dem Alkohol, der immer noch durch seine Blutbahnen rauschte? Nach dem fünften vollen Pokal hätte er eventuell aufhören sollen.
Wohin? Am besten einfach weiter. So fertig wie die Alte aussah, würde zumindest sie nicht mithalten können. Und die Männer hatten auch nicht gerade leichtfüßig gewirkt. Trottel. Er hätte fast gelacht … aber dann wäre er in den Mehlwagen gerannt, der genau in diesem Moment um die Ecke bog. Der Kutscher sowie der Esel, der das wackelige Gefährt zog, sahen ihn entsetzt an. Keine Zeit, anzuhalten. Ridley fluchte. Er packte den oberen Rand der Kutsche, setzte einen Fuß auf das metallbeschlagene Rad und hechtete über die prall gefüllten Leinensäcke. Im Aufkommen stolperte er und rollte sich über die Pflastersteine ab.
»Scheiße«, murmelte er, als er sich hochrappelte. Konzentration. Sein biervernebelter Kopf durfte ihm nicht zum Verhängnis werden. Einen Würgreiz unterdrückend strauchelte er weiter. Seine Schritte hallten von den Wänden der schmalen Gasse wider. Hinter ihm erklang ein dumpfes Geräusch.
Weiterlaufen, dachte Ridley und drehte sich trotzdem um. Weiße Schwaden verbargen den Mehlwagen und krochen auf ihn zu. Seine Verfolger hatten den gleichen Weg wie er genommen und dabei anscheinend einen Mehlsack zum Platzen gebracht. Gut. So war er einen Moment lang vor ihren Blicken verborgen. Noch besser: Rechts von ihm tat sich ein Hofeingang auf. Er warf sich herum und verschwand darin.
Kaputte Fässer türmten sich in dem finsteren Hinterhof auf. Er war klein und quadratisch und die Mauern so feucht, dass sie schimmelten. Von ihrer ehemals roten Farbe waren nur noch vereinzelte Flöckchen übrig. Links und rechts von ihm ragten Hauswände auf, vor ihm eine hohe Mauer. Und dahinter … Er hörte das träge Schlappen des Wassers. Ein Kanal. Der modrige Geruch der Algen war unverkennbar. Er hatte keine Lust, sich in die widerliche Brühe zu stürzen. Vermutlich war die eh so dick, dass er absaufen würde. Na ja, musste er auch nicht. Die schnellen Schritte, die aus der Gasse erklangen, wurden lauter und rauschten an dem Hofeingang vorbei. Ridley schüttelte den Kopf.
Trottel, dachte er mal wieder.
»Warte!«, erklang eine Stimme aus der Gasse. »Ich glaube, er ist da rein.«
Oh.
Schritte näherten sich. Weniger Füße. Sie schienen sich aufgeteilt zu haben. Ridley sah sich nach einem Versteck um, aber der Hof war zu eng und die Fässer zu kaputt. Keins davon hätte ihn verborgen. Seufzend drehte er sich um. Ein zahnlückiges Lächeln erwartete ihn.
»Da bist du, du Scheißbetrüger.« Der Kerl sah aus wie ein versoffener Zuchtbulle. Der andere, der sich in den engen Hof schob, ebenfalls. Vermutlich waren sie Brüder.
»Hallo.« Ridley lächelte charmant. »Schön, dass ihr mich gefunden habt. Wollt ihr mir jetzt erklären, was euer Problem ist?«
»Unser Problem ist, dass du ein Scheißbetrüger bist«, schnarrte der Zuchtbulle. Sein Bruder nickte.
»Ich. Ein Betrüger.« Ridley schnaubte. »Das hab ich doch gar nicht nötig. Lasst mich raten: Ihr habt bei dem Kampf vorhin einen Batzen Gulden in den Sand gesetzt, weil ihr nicht auf mich gewettet habt. Lasst euch das eine Lehre sein. Ich gewinne immer.«
»Ein Scheißbetrüger bist du!«, bellte der Zuchtbulle. »Du hattest doch keine Chance gegen Steve den Schlächter! Meinst du, wir merken das nicht?«
»Ich glaube, ihr merkt so einiges nicht.« Ridley roch das widerliche Wasser hinter der Mauer und seufzte innerlich. Hätten sie keine Messer gehabt, hätte er sich auf einen Kampf eingelassen. Obwohl … »Ach, was soll’s?«, murmelte er.
Kaum hatte er einen Schritt gemacht, tauchten die anderen beiden Männer auf. Vergölzt! Ridley fuhr herum. Er packte die nächstbeste Tonne und warf sie auf die Vier. Mit einem feuchten Knall zerschellte sie. Er machte sich nicht die Mühe, nachzusehen, ob das irgendetwas bewirkt hatte. Er sprang. Holz knirschte unter seinen Füßen, aber das morsche Fass hielt. Seine Hände packten die Mauer. Die Steine waren so glitschig wie der ganze schimmlige Hinterhof. Er rutschte. Abrupt löste er die Linke und griff damit um die hintere Kante, genau in dem Moment, in dem die Rechte abrutschte. Endlich fanden seine Finger Halt. Mit einem Satz war er auf der Mauer.
»Bis bald, ihr Fischfotzen.« Er grinste den vier Trotteln zu. Die nahmen Anlauf, um ihm zu folgen. Mist.
Ridley sprang. Wind rauschte um seine Ohren. Erst im Fallen sah er, worauf er zusteuerte. Fast hätte er gelacht.
Er prallte auf harte Planken, rollte sich ab und knallte gegen die Reling, die mit Holzschnitzereien verziert war. Das Boot, auf dem er gelandet war, schwankte. Stoff flatterte und ein Schrei ertönte. Jemand in einer grünglänzenden Kutte ging über Bord.
Zwei erstaunte Augenpaare unter spiegelnden Glatzen sahen ihn an. Wächter der Göttin. Gold glitzerte zwischen den beiden: Eine Urne thronte auf Samt, auf einem Sockel in der Mitte des Zeremonienbootes.
Mehr Augenpaare starrten ihn von der anderen Seite an, vom Gehweg. Hunderte. Er war in einer verdammten Trauerprozession gelandet. Die Anhänger der dreiarmigen Göttin führten sie immer zu den blödesten Zeiten durch, was nur ein Grund war, aus dem Ridley diese kalten Frömmler nicht leiden konnte.
Immerhin glitten sie an der Mauer vorbei. Darauf sah er seine vier Verfolger hocken, die ihm wütend nachstarrten. Sie rührten sich nicht. Offenbar hatten sie zu viel Schiss vor dem Zorn der dreiarmigen Hure, um ihre Prozession zu stören.
Der Bürgersteig quoll fast über vor Menschen. Da würde er nicht durchkommen, ohne dass ihn die Wächter der Göttin in der Luft zerrissen. Diese breitschultrigen, in Kutten gekleideten Schränke hatten sich vor den normalen Frömmlern und den Angehörigen aufgebaut. Zwei, drei hätte er ausschalten können, aber nicht zwanzig. Wer immer da in der Urne vor sich hin staubte, musste wichtig gewesen sein. Im Boot allerdings … da befanden sich nur zwei Wächter. Und sie fuhren genau auf das Ende der Strecke zu: Einen Tunnel. Ein dunkles Loch in der inneren Stadtmauer, an dem der Bürgersteig endete. Wenn er da durchkam, würde ihm niemand folgen können.
Eine Faust raste auf sein Gesicht zu und nur durch seine Reflexe schaffte er es, auszuweichen. Einer der beiden Wächter. Ridley packte ihn am Kragen seines Kittels und warf sich rückwärts. Seine Füße schossen hervor und kaum war der schwere Körper auf ihm gelandet, hatte er ihn schon über Bord geschleudert. Gut so. Nur noch einer. Der starrte ihn an, als hätte er keine Ahnung, was Ridley hier wollte. Besonders schlau schien er nicht zu sein. Ganz blöd aber auch nicht: Er hob die Stange, mit der er das Boot durch den Kanal gesteuert hatte, wirbelte sie herum und hielt sie kampfbereit vor sich. Der hier schien etwas mehr draufzuhaben als der andere. Er wartete ab, was Ridley tat.
»Tschuldige«, lallte Ridley und gab vor, zu stolpern. Im Fallen griff er nach der Stange, warf sich herum und nutzte den Schwung, um dem Wächter das Ende des Stabs in den Magen zu rammen. Der Kerl strauchelte. Ridley packte den Stab fester und stieß ihn mit drei schnellen Stößen gegen die Brust des Wächters. Es reichte, um ihn in das grünbraune Wasser zu befördern. Eine Welle übelkeiterregenden Geruchs stieg auf, als der massige Körper des Wächters die Oberfläche durchbrach.
Schatten legten sich über Ridley. Sanft glitt das Schiff in den Tunnel. Er lachte. Okay, das war ein beschissener Morgen gewesen, aber die blöden Gesichter in der Prozession waren es wert gewesen. Wie sie ihm hinterher starrten!
Zwei Wächter halfen ihrem Kameraden aus dem Wasser. Der Priester, der als Erster über Bord gegangen war, stand bereits tropfend auf dem Pflaster und schaute, als hätte man ihm ins Weihwasser gepisst. Seine schlappen Wangen hingen fast bis zu den Schultern.
Ridley winkte ihnen zu, während der Tunnel ihn verschlang.
Die Urne hinter ihm war bei dem Kampf nur minimal verrutscht. Er packte sie und wog sie in den Händen. Schwer. Leider nicht aus massivem Gold.
»Vielleicht ist das Ding trotzdem was wert.« Ridley versuchte, in der Düsternis die Inschrift zu lesen. »Für einen armen Schlucker würden sie nicht so einen Aufstand veranstalten. Wolltest du etwas Wertvolles mit ins Grab nehmen? Etwas schön Schweres, Goldenes? Einen Armreif?«
Der Deckel saß fest. Er ließ sich weder drehen noch heben, was seine Vermutung noch bestärkte.
»Komm schon«, brummte Ridley.
Ein Klatschen hinter ihm. Er fuhr herum. Breite Finger griffen die Reling und einen Atemzug später wuchtete der zweite Wächter sich ins Boot. Algen klebten auf seiner Glatze und Mordlust funkelte in seinen Augen.
»Leichenschänder«, knurrte er.
Genau in diesem Moment endete der Tunnel und Ridley fiel auf, was er vorhin nicht bemerkt hatte: Die kantigen Gesichtszüge und schmalen Augen des Soldaten. Die spitzen Ohren. Der Kerl war ein Halbblüter. Sein Körper, an dem der einfache weiße Kittel und die Lederrüstung klebten, war muskelbepackt, sehnig und gigantisch. Die karamellfarbene Haut und die violetten Augen glichen Ridleys, aber er hätte hundert Gulden darauf gewettet, dass die Haare des Kerls weiß waren, wenn er sie wachsen ließ.
»Ich wusste nicht, dass die Bleichen die dreiarmige Hure anbeten«, sagte Ridley leichthin.
Das Gesicht des Kerls verfinsterte sich. Aber er schwieg.
»War deine Mutter aus dem Norden? Oder war es dein Vater?« Ridley beobachtete jede winzige Bewegung des Wächters. Wenn er ihn provozierte, würde er Fehler machen. »Ich schätze, dein Vater. Gibt genug von euch Bastarden in den Bergen. Manchmal glaub ich, jede Bauersfrau von hier bis Efemir hat die Beine für die Bleichen breitgemacht. Hat deine Mutter es sich gut bezahlen lassen?«
Er sah die Wut in den Augen des Kerls, aber seine Haltung änderte sich nicht. Auch er wartete. Sie standen sich gegenüber wie zwei Bären, kampfbereit, darauf wartend, dass der andere den ersten Fehler machte.
»Erzähl mir nicht, dass diese Frömmler dich wie einen der ihren behandeln. Glaubst du echt daran, dass die Göttin uns alle erlösen wird?«
»Die Göttin wird dich strafen.« Die tiefe Stimme schien aus den Niederungen der Unterwelt zu kommen.
»Die Göttin straft jeden, du Idiot. Egal, ob er was getan hat oder nicht.« Ihr Bild tauchte in Ridleys Erinnerung auf: Kalt starrte sie auf ihn nieder, ihr Schlangenblick mitleidslos. Fast spürte er die Fesseln um seine Handgelenke, die Kante der Bank, die sich in seine Knie grub, sie durchscheuerte, ihn quälte, bis die Tränen von seinem Kinn tropften, obwohl er sich geschworen hatte, stark zu sein …
Der Soldat griff an. Mist, jetzt hatte er sich ablenken lassen! Ridley wollte dem Griff ausweichen, schaffte es aber nicht. Schmerz schoss in seinen Rücken. Sein Hinterkopf schlug auf die harten Planken. Er versuchte, die Beine unter sich zu bekommen, den Kerl herunterzutreten, aber alles, was er zustande brachte, war sich den Ellenbogen zu stoßen. Der Griff des Wächters war unbarmherzig, sein hässliches Gesicht hart. Krallen packten Ridley und schleuderten ihn herum. Seine Nase prallte auf Holz.
»Pass doch auf!«, brüllte er und trat zu. Er hatte Glück: Sein Hacken kollidierte mit der einzigen weichen Stelle des Wächters: seinem Schritt. Er hörte ein leises Ächzen, der Griff lockerte sich minimal und er schaffte es, sich herauszuwinden.
Einen Schlagabtausch später standen sie sich keuchend gegenüber. Blut rann aus Ridleys Nase und er wusste, dass dem Wächter die Eier brannten. Nicht, dass der sich das hätte anmerken lassen. Eine Fresse aus Stein hatte der Halbblüter.
»Mann, lass mich doch einfach gehen.« Er schnaubte. »Ich will das Scheiß-Boot nicht klauen. Ich will nur weg von hier. Wie wär’s, wenn ihr es mir leiht und ich es morgen zurückbringe?«
»Du hast die Prozession gestört.« Vollkommen humorlos, der Typ. »Ketzer.«
»Gut erkannt, ich bin ein Ketzer. Und … Hey!« In den Pranken des Wächters baumelte etwas, das Ridley kannte. Er musste nicht einmal an sich herabsehen, um zu erkennen, dass sein Geldbeutel fehlte. Das fehlende Gewicht spürte er auch so. Wann hatte der Kerl ihm den abgenommen?
»Ist das Diebesgut?«, fragte der Wächter und hielt den Beutel höher. »Hast du es gestohlen?«
»Was? Nein.« Ridley lachte spöttisch. »Das habe ich ehrlich gewonnen.«
»Im Spiel?«
»Beim Kampf.«
»Lügner. Die Göttin verachtet Glücksspieler«, sagte der Wächter und schleuderte Ridleys Geldbeutel hinter sich.
Als würde es hundert Jahre dauern, sah er zu, wie der lederne Beutel durch die Luft flog, mit einem Platschen die Wasseroberfläche durchbrach und sank. Ridley stürzte vorwärts. Genau in die Falle des Wächters. Der packte ihn um die Taille und schleuderte ihn zu Boden. Ridley spürte seine Rippen knacksen. Die Luft verließ seine Lungen und sein Kopf knallte gegen den Sockel, auf dem die Urne stand.
Nein! Das Geld! Er brauchte das verdammte Geld, dieser verdammte Mistkerl sollte … Ein dumpfer Laut erklang über ihm. Dann rollte etwas Schweres an seinem Kopf vorbei. Die Augen des Wächters verdrehten sich und er sackte auf Ridley zusammen. Einen Moment lang fühlte er sich an seinen braunhaarigen Liebhaber erinnert. Der war vorhin auch auf ihm zusammengebrochen, in fast der gleichen Position. Nur, dass der Wächter ihm bestimmt keine Schweinereien ins Ohr flüstern würde. Ein schmaler Blutstreifen lief an seiner Schläfe entlang und Ridley kapierte, dass die Urne auf dem Kopf des Mistkerls gelandet war. Er hätte gelacht, aber sein verdammter Wettgewinn trudelte gerade dem Boden des Kanals entgegen. Er hatte keine Zeit! Gleich würde die verdammte Prozession hier auftauchen und zwanzig von diesen bekloppten Wächtern würden versuchen, ihm die Fresse zu polieren.
Mit einem Fluch stürzte er sich in das stinkende Wasser.