Amazon, Tolino und KU (und eine sehr komplexe Veröffentlichungsstrategie)

Der folgende Text ist vermutlich nur für Selfpublishing-Nerds wie mich interessant. Und die Leser, die sich fragen, warum sie mein neues Buch noch nicht über KU lesen können. Und die Tolino-Leser, die plötzlich genau so schnell bedient werden wie die Amazon-Leser.

Also … Wo fange ich an?

Wenn ich bei Amazons Selfpublishing-Plattform kdp (kindle direct publishing) veröffentliche, habe ich die Möglichkeit, das Buch auch über indle unlimited (KU) anzubieten. Das ist eine Lese-Flatrate, über die man für 9,99 im Monat so viele E-Books lesen kann, wie man will. Und das wird genutzt. Die Hälfte meiner Leser liest über KU. Klingt super, oder? Ist es auch.

Es gibt nur zwei Nachteile:

Nachteil 1: Damit Amazon meine Bücher für KU zulässt, muss ich mindestens 3 Monate exklusiv bei ihnen sein. Erst danach kann ich aus KU raus und die E-Books auch bei Tolino einstellen. Und das ist verdammt schade. Ich würde lieber alle gleichzeitig bedienen. Viel, viel lieber. Jeder soll meine Bücher da kaufen können, wo er will.

Nachteil 2: das liebe Geld. Wenn ein Leser das komplette E-Book über KU liest, bekomme ich dafür Geld von Amazon. Leider nicht viel, und es wird immer weniger. Die Entwicklung könnt ihr hier nachverfolgen: http://www.selfpublisherbibel.de/kindle-unlimited-quoten-fuer-februar-2019-leicht-aufwaerts/. Inzwischen bekomme ich für ein gelesenes E-Book nur noch ein Drittel von dem, was ein Verkauf einbringt. Und ich brauche das Geld. Ich lebe von dem Scheiß. Zusätzlich steigen immer mehr Leser von Kaufen auf KU um, was ich aus Lesersicht total verstehe, aber: Ich lebe von dem Scheiß.

Das System kann ich nicht ändern. Aber meine Veröffentlichungsstrategie. Und JETZT wird’s erst kompliziert. 😀

Ich habe keine Lust mehr, meine Tolino-Leser wie Kunden zweiter Klasse zu behandeln. Die sind genauso nett wie die Amazon-Leser, schreiben mir genau so tolle Nachrichten und im Gegensatz zu den KU-Lesern zahlen sie den vollen Preis. Nichts gegen die KU-Leser. Ich liebe euch! Ihr seid großartig und ihr schreibt so unglaublich liebe Rezis. Aber es ist einfach unfair, dass die Tolino-Leute IMMER warten müssen.

Also, was tun? Ich habe immer noch keine perfekte Lösung. Aber eine bessere. Das nächste Buch veröffentliche ich parallel auf Amazon und den Tolino-Plattformen (Thalia.de, Hugendubel.de usw.). Ohne KU. Nach einer Woche pausiere ich das E-Book dann auf den Tolino-Plattformen und stelle es bei KU ein. Die KU-Leser sollten es 10 Tage nach Veröffentlichung lesen können. Immer noch nicht ideal, aber besser, jemand muss 10 Tage warten als 3 Monate. Und immerhin haben ALLE in den ersten zwei Wochen die Möglichkeit, das E-Book zu kaufen oder zu leihen.

Der einzige Nachteil ist, dass die KU-Leihen im Amazon-Ranking (den Bestsellerlisten) zählen wie Verkäufe. Diesmal wird’s also wohl nichts mit dem schönen »Bestseller Nr.1«-Label. Das opfere ich der Gerechtigkeit. Jou. Mal sehen, wie mein Ego das verkraftet. 😀

Nachtrag: Meinem Ego geht’s gut, dem feisten Miststück. Bestseller Nr. 1, Baby!

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