Neuerscheinung

Es gibt was Neues! Schon im Sommer hat die fabelhafte Jona Dreyer mich eingeladen, an ihrer Weihnachtsanthologie teilzunehmen. Und ich hatte direkt eine Idee, was dazu führte, dass ich bei brütender Hitze über eine Weihnachtsfeier schrieb, die aus dem Ruder läuft. Ich habe mich mit brutalem Extrem-Weihnachts-Playlist-Hören gerettet. Die Story ist eine beknackte Romantikkomödie im Stil von „Diagnose: Depp“ geworden. Also hoffentlich das, was meine Leser wollen. 🙂 Die anderen vier Geschichten in der Anthologie sind natürlich noch viel niedlicher, romantischer und zuckersüßer! Und die anderen Autorinnen (Achtung, Trommelwirbel) sind: Tharah Meester, Sara Pearson, Luzie Engels und natürlich Jona Dreyer!
Das E-Book kann man schon auf Amazon vorbestellen. Am 23. November erscheint es dann. Selbstverständlich gibt es auch ein Taschenbuch und wer auf der BuchBerlin ist, kann es sogar von fast allen Beteiligten signieren lassen. Die Jona hat nämlich den Stand schräg gegenüber von unserem. 🙂

Kleine Leseprobe meiner Story „Rudolf, das unfähige Rentier“
»Scheiß-Kostüm!«, knurrt Balduin und zerrt an seinem roten Mantel herum. »Erzähl mir mal, wie ich damit Sandra aus der Personalabteilung rumkriegen soll.«
»Erzähl mir mal, wie du sie überhaupt rumkriegen wolltest«, sage ich. »Sandra kann dich nicht leiden.«
Im Spiegel der Herrentoilette rücke ich mein Rentiergeweih zurecht, so dass es einen Winkel von exakt 167 Grad hat. Ich habe überprüft, welcher Winkel mich am verwegensten aussehen lässt und das Ergebnis war eindeutig. Leider sehe ich von vornherein nicht besonders verwegen aus, aber, na ja: Ich bin Buchhalter.
»Ach, die tut nur so.« Balduin winkt ab. »Was verstehst du denn von Frauen?«
»Nicht viel«, gebe ich zu. »Aber wenn sie auf dem Sommerfest »versehentlich« ihren Drink auf deine Hose schütten, wollen sie dich los werden.«
»Oder sie wollen dich ohne Hose sehen.«
Ich schaue ihn bedauernd an. Balduin verschränkt die Arme vor seinem ausladenden Weihnachtsbauch. Den weißen Bart hat er sich auf die Stirn geschoben wie ein schlechtes Toupet. Beinahe kann ich mir vorstellen, wie er aussah, als er noch Haare hatte.
»Das war auf dem Sommerfest«, sagt er. »Jetzt ist die Weihnachtsfeier.«
»Und was hat sich deiner Meinung nach in den vergangenen sechs Monaten verändert?«
»Ich …« Balduin schnaubt verächtlich. »Du sei mal ganz ruhig. Ich trau mich wenigstens, meinen Schwarm anzusprechen. Im Gegensatz zu dir, du feiges Rentier.«
»Paarhufer sind Fluchttiere«, murmele ich und sehe zu Boden. Meine rote Nase löst sich und plumpst herunter. »Und es ist schwerer als bei dir … Ich weiß doch nicht mal, ob er auf Männer steht.«
»Kleiner Tipp vom Weihnachtsmann: Das findest du nicht heraus, wenn du nicht fragst.« Balduin wackelt mit den Augenbrauen.
»Mja.« Ich seufze. Dann straffe ich mich, balle die Fäuste und schaue ihm fest in die Augen. »Ich hab’s dir noch nicht gesagt, aber heute traue ich mich. Heute werde ich ihm … Heute sage ich Nick, dass … Also zumindest will ich ihn fragen, ob wir mal was trinken gehen.«
»Was, echt? Ich dachte, du trinkst nicht.«
»Nur selten.« Ich räuspere mich. »Ich schätze den Kontrollverlust nicht. Und außerdem muss ich deinen besoffenen Arsch dauernd nach Hause fahren, also kann ich nie …«
Frau Grobenolmer, die Personalchefin, steckt den Kopf in die Herrentoilette.
»He, Weihnachtsmann! Rudolf! Bereit, Frohsinn zu verbreiten, ihr Eumel?«
Die hat eindeutig schon vom Weihnachtspunsch schnabuliert. Ihre Nase ist röter als meine. Also meine falsche.
»Immer!, grunzt Balduin. »Oder, Rudi?«
»Rudolf.« Ich hasse Verniedlichungen. Nach 5 Jahren Freundschaft sollte Balduin das eigentlich kapiert haben. Hat er aber nicht.

Zu Josh: Das Buch hat eindeutig die sich am langsamsten entwickelnde Romanze, die ich seit meinen Anfängen geschrieben habe. Und damals habe ich mich einfach nicht getraut, so früh mit Romantik (und Erotik) loszulegen. Also warum habe ich so viel Spaß? Liegt es daran, dass ich die Charaktere so sehr mag? Sollte ich die mögen? Oder sollte ich ihnen lieber furchtbare Dinge antun? Aber das kann ich gerade nicht und ich mag diese langsame, alberne Schnulze. <3

Und ich habe das Bloggen sträflich vernachlässigt … 🙁 Inzwischen bin ich schon 10.000 Wörter weiter als beim letzten Post.

Wordcount heute: 2.774 Wörter (bisher)
Wordcount „Josh“ insgesamt: 34.309 Wörter

Lieblingsstelle:
Lucien seufzte. »Josh. Mach dir keinen Kopf. Das wird alles. Wirst sehen, in einem halben Jahr oder so denkst du an die ganzen Sorgen zurück und lachst dich tot.«
»Meinst du?«
»Na klar. Dann hast du eine total liebe Freundin und schaust dir Kunstunis in ganz Europa an und … Was immer du noch machst. Du schaffst das.«
»Danke.« Joshs Stimme klang so rau, dass Lucien seine Arme ausbreitete und ihn angrinste. Hatte eigentlich nur ein Scherz werden sollen, aber Josh warf sich hinein.
Er klammerte sich an Luciens nacktem Rücken fest, als würde nur dessen Körper ihn über Wasser halten. Ups. Vorsichtig schloss Lucien die Arme um Josh. Sehr vorsichtig. Er spürte die glatte, warme Haut und die Rippen und Muskeln und die Wirbelsäule und … Durfte er das? Sollte er irgendwie … klopfen oder reiben oder lieber gar nichts tun? Konnte Josh spüren, wie hart sein Herz gerade hämmerte? Konnte jemand sie im Dunkeln sehen? Das … war doch keine Falle, oder? Aber Josh würde doch nicht …
Hitze breitete sich in Luciens Körper aus.
Mist, dachte er. Das war ein Fehler.

Geblogge

So, die beiden Chaoten sind jetzt Freunde. Freunde, die nicht begriffen haben, dass es zwischen ihnen ziemlich heftig knistert, aber na ja, kann passieren. 🙂 Und ich bin mehr oder weniger in der Mitte des Buches. Ich habe tatsächlich gemerkt, dass ich zu sehr hetze und beschlossen, mal für zwei Kapitel das Tempo zu drosseln. Hoffentlich springen da nicht alle Leser ab, weil es zu langweilig ist. Aber ich würde ganz gern mal stehenbleiben und schauen, was die anderen Winter-Geschwister so machen, bevor die Achterbahn wieder Fahrt aufnimmt.

Wordcount heute:  2.959 Wörter (bisher)
Wordcount „Josh“ insgesamt: 21.704 Wörter

Lieblingsstelle:
»Gar nicht. Das hab ich nur so gesagt. Dachte, es könnte stimmen, so, wie der sich immer aufspielen muss.« Lucien genehmigte sich ein zufriedenes Lächeln.
Josh starrte ihn an, als wäre er der wiedergeborene Heiland. »Du bist der größte Lügner der Welt«, flüsterte er. »Genial.«
Es fühlte sich an wie eine Eisdusche. »Ja.« Die Schatten wirkten auf einmal dunkler. »So genial ist das nicht.«
»Warum nicht?« Josh strahlte. »Ich wünschte, ich könnte das.«
»Tu das nicht. Man verliert sich darin.« Die Pausenglocke schrillte. Die erste. Sie blieben sitzen.
»Ja, aber wenn es gegen Dean hilft …« Josh dachte sichtbar nach. »Wenn der nicht denkt, dass ich schwul bin, warum gibt es dann diese Wette?«
Lucien zuckte zusammen. Oh. Die. »Welche Wette?«, fragte er, obwohl er gerade noch etwas von Ehrlichkeit gesülzt hatte.

Geblogge

Die letzten Tage sahen so aus: Stundenlang an dem großen, geheimen Auftrag arbeiten und dann zur Entspannung eine Stunde schreiben. Eigentlich nett. Fast wie früher, als ich nur zum Spaß geschrieben habe und kein Geld damit verdienen musste. Und ich liebe die Geschichte immer noch. Leider ist eine Stunde täglich nicht genug, um den Nano zu gewinnen. Heute habe ich mir größtenteils freigenommen, um aufzuholen und bin jetzt immerhin so weit, wie ich sein sollte (15.000 Wörter). Der Schwung vom Anfang ist ein wenig weg, weil ich jetzt ernsthaft nachdenken muss. Darüber, was ich schon etabliert habe und darüber, was noch passieren muss und so. Das ist immer so und beunruhigt mich nicht sonderlich. Heute oder morgen kommt allerdings der große Turning Point und ich bin ein klein wenig nervös. 🙂 Und Josh wird immer noch von allen geärgert. Er regt sich aber auch so schön auf. Die Lieblingsstelle kommt diesmal allerdings von Lucien, mit einer groben Fehleinschätzung.

Wordcount heute:  4.486 Wörter
Wordcount „Josh“ insgesamt: 15.024 Wörter

Lieblingsstelle:
»War Josh schon immer so ein homophober Trottel?«, fragte er. Das war das Erste, was ihm eingefallen war. Sie sah ihn verwundert an.
»Homophob?«
»Na, er kann mich doch nicht leiden, weil ich schwul bin, oder?«
Sie blinzelte. »Na ja, schon irgendwie, aber … Ich glaube, das liegt mehr an seiner Familie.«
Sofort hatte Lucien ein Bild vor Augen: Eine feiste Familie in traditionellen Lederhosen, die unter einer Kuckucksuhr vor dem Fernseher saß und sich darüber aufregte, dass »solche« inzwischen sogar heiraten durften.
Das beschmutzt die Heiligkeit der Ehe, hörte er Joshs Vater sagen, einen schnauzbärtigen Glatzkopf mit einem verblassten »Deutschland über alles«-Tattoo am Hals.
Seine Frau würde stumm, aber entschlossen nicken. Und Josh würde sagen, dass sie so einen sogar an der Schule hätten.
Von dem hältst du dich fern, Sohn, knurrte der Vater in Luciens Vorstellung. Komm dem nicht so nahe, sonst fängst du dir Wer weiß was ein.
Die Mutter keuchte entsetzt, als Josh berichtete, dass die Schulschwuchtel ihn sogar zu Boden gestoßen und auf ihm gelegen hatte.
Einsperren müsste man die alle, sagte Joshs Vater und biss in sein Schnitzel …
»Lutschen?«, fragte Anna. Hm? »Ist was? Du guckst so komisch.«
»Nichts, nichts.« Lucien räusperte sich. »Was ist denn mit Joshs Familie?«

Geblogge

Das Buch ist im vollen Gange, auch wenn ich nicht so schnell zum Schreiben komme wie ich es gern würde. Da sind noch zwei Aufträge, um die ich mich ebenfalls kümmern muss. Aber das Schreiben macht genau so viel Spaß, wie ich gehofft hatte. Ich liebe dich, Josh! Und du hast noch nicht mal eine deiner patentierten Idiotenaktionen gebracht, obwohl … die Szene, die ich vorhin geschrieben habe, könnte man so bezeichnen.

Natürlich geht die Geschichte mit einem furchtbaren Missverständnis (TM) los, das hoffentlich nachvollziehbar ist, wenn man es liest. Ich finde es total logisch. Und ein bisschen traurig. Und überhaupt. Na egal, ich notiere mal meinen Wordcount und dann schreibe ich weiter.

Wordcount heute:  1.384 Wörter
Wordcount „Josh“ insgesamt: 6.444 Wörter

Lieblingsstelle:
Als sie in das Musikzimmer kamen, war der Trottel schon da. Josh. Vornübergebeugt wie ein garstiger Troll saß er in einer Ecke und kritzelte irgendetwas auf seinen Collegeblock.
Etwas schmerzte in Luciens Magen, als er ihn sah. Es erinnerte ihn an all die anderen blöden Kommentare, die er sich damals eingefangen hatte.
Sitz bloß nicht neben mir, sonst denken alle, ich bin auch schwul.
Was glotzt du mich so an, Schwuchtel? Bist du etwa in mich verliebt?
Wir wollen dich nicht mehr in der Band haben. Du weißt schon. Geht halt nicht.
Er atmete tief ein. Er war jetzt groß und stark und wusste, wie man sich wehrte. Mit Worten und mit Fäusten. Warum war er innen drin immer noch ein verängstigter kleiner Bengel?

Geblogge

Es war ein langer, ereignisreicher und sehr erfolgreicher Tag und ich liege in der Badewanne. 🙂 Daher nur kurz die Zahlen und ein paar Lieblingssätze.

Wordcount heute:  1.975 Wörter
Wordcount „Josh“ insgesamt: 5.060 Wörter

Lieblingsstelle:
»Können wir das Thema wechseln?«, brummte Josh.
Anna seufzte leise. »Meint ihr, Lutschen hat eine Freundin?«
Der Themawechsel war eine beschissene Idee gewesen.
»Bestimmt hat er drei«, sagte Josh. »So Bandtypen haben immer ein Mädel in jedem Hafen und, äh, verhüten tun die auch nicht.«
»Du bist ja nur neidisch.« Anna schnaubte. »Ich wette, alle Jungs hier sind neidisch auf Lutschen.«
»Lucien«, verbesserte Josh, doch sie redete weiter, ohne ihn zu beachten.
»Ich glaube, er hat mich eben angesehen. Also, so richtig tief. Er hat fast nur meine Fragen beantwortet.«

Allgemein, Neuerscheinung

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll! Also: Shirley und Gwen sind seit heute offiziell erschienen UND haben es gleich an die Spitze der „Lesbenromantik“-Charts geschafft. 🙂 Herzlichen Glückwunsch, Mädels! Und bei all den Lesern und Leserinnen, die meinten, es würde ihre erste Lesbenromanze, bin ich SEHR gespannt auf die ersten Rezensionen. Vielleicht sollte ich lieber Angst haben, aber darauf habe ich gerade keine Lust. 🙂

Denn es ist Nanowrimo! NANOWRIMO!!! Die schönste Zeit des Jahres. 🙂 Seit heute! Und ich schreibe das Buch, auf das ich fast ein Jahr warten musste: Josh. Keine Ahnung, ob das so besonders toll wird, ich weiß nur, dass ich mich mehr darauf freue als auf Weihnachten. Ich liebe die Story einfach und bin SO glücklich, die nächsten Tage und Wochen mit Josh und Lucien und Joshs Familie zu verbringen. Bisher macht es sauviel Spaß, dabei ist Josh todunglücklich. Aber das wird ja irgendwann besser. Armer Kerl …

Wordcount heute:  2.849 Wörter (bisher)
Wordcount „Josh“ insgesamt: 2.849 Wörter

Lieblingsstelle:
Der Neue betrat die Klasse und Josh wusste, dass er ein Problem hatte. Nein, eigentlich wusste er es zwei Sekunden später, als er Anna leise keuchen hörte. Anna mit den wunderschönen Bernsteinaugen und der süßen Stupsnase. Anna, in die Josh seit Monaten verliebt war. Leider war sie nicht in ihn verliebt. Wirklich nicht. Er hatte sie gefragt. Und ihre Antwort war genau die gewesen, die er gefürchtet hatte.

„Na ja.“ Sie hatte, halb erfreut, halb peinlich berührt zu Boden gesehen, als er ihr seine Gefühle gestanden hatte. Bei der Silvesterparty von Dean. Lärm, Rauch und bierseliges Grölen waren bis in das Nebenzimmer gedrungen, in dem sie gestanden hatten „Weißt du, Josh, du bist nett, aber … mehr so wie ein Bruder oder ein … Kumpel. Sorry, ich weiß, wie das klingt. Und, na, du weißt schon.“
„Was weiß ich?“, hatte Josh hervorgebracht, obwohl sein Brustkorb sich angefühlt hatte, als hätte Anna die Rippen auseinandergebogen und sein Herz mit einem Akkuschrauber bearbeitet.
Sie fuhr sich durch die wunderschönen braunen Haare. „Ich hätte eh Angst, dass du nachher doch schwul bist.“
„Ich bin nicht schwul“, hatte er gekrächzt, ungefähr zum hunderttausendsten Mal in seinem Leben.
„Deine ganze Familie ist schwul.“
„Gar nicht wahr“, hatte er gesagt. „Meine Schwester ist lesbisch.«
Anna hatte ihn angesehen, als würde das ihre Argumente noch bekräftigen. Ihr niedlicher Mund hatte sich verzogen und sie hatte sich die echt superhübschen Augen gerieben.
„Ich könnte einfach nie sicher sein. Und … du weißt schon.“
Er wusste es wieder nicht. „Was?“
„Na, du siehst irgendwie aus wie so ein Rothaariger.“
Josh hatte sich eine Strähne seines Haares vor die Augen gezogen, um zu überprüfen, ob sie in den letzten Stunden spontan die Farbe gewechselt hatten. Immer noch dunkelschlammbraun
„Ein Rothaariger, der sich die Haare gefärbt hat“, beeilte sie sich, zu sagen. „Mit deinen Sommersprossen und so. Ich meine, das ist nicht schlimm, aber … irgendwie nicht sexy.“
„Oh.“
„Und außerdem …“
Josh war zurück auf die Party getaumelt, bevor ihr noch mehr Mängel einfallen konnten. Zwischen den lärmenden und saufenden Leuten, die auf das neue Jahr angestoßen hatten, war er auf einen Sessel gesunken und hatte versucht, nicht zu heulen. Hatte fast geklappt. Zum Glück war die Luft so rauchgeschwängert gewesen, dass es eventuell niemand mitbekommen hatte. Dean war vorbeigetorkelt und hatte ihm gewünscht, dass er im nächsten Jahr endlich einen netten Kerl kennenlernen würde. Am besten schnell. Josh wusste, dass Dean mit allen möglichen Leuten eine Wette darüber abgeschlossen hatte, wann Josh sich endlich outen würde. Anscheinend hatte er auf Anfang Januar getippt.
Es war eine beschissene Art gewesen, das neue Jahr zu beginnen.

 

Geblogge

Es überrascht mich jedes Mal wieder, „Ende“ unter einen Text zu schreiben. Wie ist das passiert? Wie bin ich plötzlich da angekommen, wo ich die ganze Zeit hinwollte und warum bin ich mir jetzt nicht mehr sicher, ob ich wirklich aufhören will? Was soll ich mit der plötzlichen Freiheit anfangen? Ist das alles voll der kitschige Scheiß oder ein MEISTERWERK?
Leider oder glücklicherweise habe ich gerade wieder diese Worte getippt und fühle die seltsame Mischung aus Leere und Freude. Ich hab’s echt geschafft, ein Buch zu schreiben. Bisher habe ich keine Ahnung, ob es ein gutes oder ein schlechtes Buch ist, aber das ist egal. Es ist das Buch, das ich schreiben wollte und ich kann eh nicht bewerten, wie seine Qualität ist. Dafür sind Testleser und Rezensenten da. Und die stimmen nicht immer überein. Was zählt ist, dass Shirley und Gwen glücklich sind (Überraschung: Es gibt ein Happy End!) und ich eine kurze Verschnaufpause habe. Ab morgen heißt es: Überarbeiten. Und vielleicht schon mal überlegen, wie ich Joshs Geschichte am besten erzähle …

Wordcount heute:  2.599 Wörter
Wordcount „Shirley“ insgesamt: 66.969 Wörter

Keine Lieblingsstellen mehr wegen Spoilergefahr.

Geblogge

Es geht auf das dramatische Finale zu und ich habe wieder ein halbwegs vernünftiges Schreibtempo. Der Flow wird nur unterbrochen von Grafikjobs, Zeichenzeug und, und, und … Gestern war der Süße nicht da und ich habe mir mal wieder einen richtig langen Schreibabend gegönnt. Bis nach Mitternacht. Es ist deutlich entspannter, nachts zu schreiben. Keiner ruft an und auf Facebook und in den Foren ist auch nichts los. 🙂 Viel weniger Ablenkung. Gestern habe ich 4 einstündige Einheiten geschafft und über 6000 Wörter geschrieben. Wenn ich je einen ganzen Tag lang einfach nur schreiben würde … Ach, reden wir nicht davon, was möglich wäre. Eine Rohfassung in drei Tagen zum Beispiel. Oder in einer Woche …

Update: das große Finale ist geschrieben und war erstaunlich undramatisch. Mache ich da irgendwas falsch? Mal schauen, wie es sich beim zweiten Lesen anfühlt. Auf jeden Fall fehlen nur noch zwei oder drei Kapitel und das Buch ist beendet. Dann muss ich nur noch die ganzen Fehler rauspicken, bevor es an die richtige Überarbeitung geht.

Wordcount gestern:  6.150 Wörter
Wordcount „Shirley“ insgesamt (gestern): 57.998 Wörter

Wordcount heute:  6.372 Wörter
Wordcount „Shirley“ insgesamt (heute): 64.370 Wörter

Keine Lieblingsstellen mehr wegen Spoilergefahr.

Geblogge

Wortziel wieder verfehlt, aber meine Vermutung war richtig: Es liegt an zu langen Pausen (und daran, dass ich heute keinen ganzen Schreibtag hatte). Plan für die Zukunft also: Auch Pausen messen. Aber jetzt erstmal ab ins Wochenende! Das Buch ist, obwohl nicht fertig, schon relativ weit. Eigentlich bin ich mitten im Finale. Und das heißt: Furchtbares, nervenzerfetzendes Drama!

Wordcount heute:  4.261 Wörter
Wordcount „Shirley“ insgesamt: 51.848 Wörter

Lieblingsstelle heute:
»Ich brauch was zu trinken«, sagte ihre Mutter, die Hand an der Kellertür. »Anders halte ich dein Gelaber nicht aus.«
»Mathilda!«
»Mathiiiilda!« Ihre höhnische Stimme hallte wie die eines Geistes von der Kellertreppe wider.
»Dämliches Miststück«, knurrte ihr Vater. Er hob den Blick und sah Gwen. »Oh. Hallo Schatz.«

Geblogge

Ich wollte doch noch meine Erkenntnisse aus dem Lesen von „The Bestseller Code“ weitergeben. 😉 Das hier sind ein paar Sachen, die ich spannend fand. Kopiert aus meinen Notizen und hoffentlich irgendwie verständlich:

Bestseller-Texte haben:
– Umgangssprache (»natürlichen« Sound)
– viele Fragen
– wenig Ausrufezeichen
– viele Ellipsen/Auslassungszeichen/… (»natürlicher« Flow)

Verben sind aktiv, Protagonisten sind aktiv. Erste Sätze z.B. deuten gleich Konflikt an/es wird sofort eine zweite Person miteinbezogen. Der Prota ist aktiv bzw. entschlossen.
Beispiele (frei aus dem Gedächtnis übersetzt):
»Das ist der Himmel«, dachte Mae.
»Anstrengender kleiner Hurensohn«, dachte Jack.
Belle stand nackt vor dem deckenhohen Spiegel und bereitete sich auf einen 35.000-Dollar-pro-Stunden-Fick mit dem fünfzehnjährigen Sohn eines arabischen Ölscheichs vor.

Top-Verben: brauchen, wollen, vermissen, lieben: stark, aktiv und eindeutig

Auch gut: sagen, mögen, hören, lächeln, greifen, ziehen, stoßen, beginnen, arbeiten, wissen, rennen, sterben, leben, schlafen, schießen

Nach wörtlicher Rede gut: fragen, sagen
(
„Was bist du denn für ein Trottel?“, fragte sie.)

brauchen, wollen!

»Nicht-Bestseller-Verben«: anhalten, zögern, fallenlassen, verlangen, warten, verharren, unterbrechen, wirbeln, schleudern, zögern, annehmen, nicht mögen, gähnen

Nach wörtlicher Rede eher ungut: verlangen, nachfragen, bitten, rufen/schreien, murmeln, protestieren/widersprechen, verkünden, beginnen, anmerken, murmeln

besonders schlecht: scheinen, wirken, wünschen (statt wollen/brauchen)

Das heißt natürlich nicht, dass man das nicht so machen darf. Es sind halt Wörter, die laut dem Buch überdurchschnittlich oft in Bestsellern vorkommen. Ich fand es spannend, auch wenn ich bisher nicht viel an meiner Schreibe verändert habe.  🙂

Wordcounttechnisch habe ich erneut mein Ziel nicht erreicht. Na gut. 🙁 Aber ich glaube, ich weiß jetzt, woran es liegt: Ich stelle mir immer einen Timer auf eine Stunde, in der ich nichts mache, als zu schreiben. In der Zeit schaffe ich einiges, grob geschätzt 1.400 Wörter im Durchschnitt. Aber die Pausen dazwischen sind zu lang, weil ich die nicht messe. Das sollte ich mal tun. Bringt für Freitag aber auch nicht viel, da ein wichtiger Arzttermin morgens und Besuch abends 8.000 Wörter unmöglich machen. Obwohl … Üben kann ich ja schon mal.

Auf der Plus-Seite habe ich eine Erotikszene geschrieben, mit der ich halbwegs zufrieden bin. Und das, obwohl ich mich ziemlich umstellen musste. Zwei Frauen sind doch was anderes als zwei Männer (ja, wirklich!).

Wordcount heute:  5.735 Wörter
Wordcount „Shirley“ insgesamt: 47.587 Wörter

Lieblingsstelle heute:
»Sorry«, flüsterte sie. »Zu fest?«
»Nein.« Die Haut an Gwens Lippen wurde ein paar Grad heißer. »Zu … gut.«
»He.« Ermutigt machte sie weiter.